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Ein Plädoyer für liberale Demokratie in Zeiten der Pandemie

Demokratisierung der Gesellschaft als Beitrag oder Voraussetzung eines Wandels.

Ein Gastbeitrag von Ilse Kleinschuster, Initiative Zivilgesellschaft

Dürfen wir wirklich erwarten, dass mehr Demokratie mehr Wandel schafft? Kann es sein, dass eine sozial-ökologische Transformation in unserer westlichen Gesellschaften bereits begonnen hat und dass die Werte, Einstellungen und Selbstbilder der Bürger*innen mit den Jahrzehnten seit den neuen sozialen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre immer postmaterialistischer, liberaler, und demokratischer geworden sind? Hat die Gesellschaft heute die Postulate von Umweltpolitik und Nachhaltigkeit schon genügend stark als eine sozialdemokratische Politik verinnerlicht? Ist meine Erwartung richtig, dass viele Menschen heutzutage einem an sozial-ökologischer Nachhaltigkeit orientierten Gesellschaftswandel offener gegenüberstehen – und zeitgleich sowohl die „Zivilgesellschaft“ als auch die politische Kultur Stück für Stück demokratischer und nachhaltiger geworden sind?

Gibt es echte Anzeichen, die einen Wandel plausibler machen?

Die jüngsten Wahlerfolge der verschiedenen Grünen Parteien und die starke Mobilisierung der Fridays-for-Future-Demonstrationen scheinen diese Frage zu bejahen. Welche Rolle spielt dabei die Bevölkerung und ihre Akzeptanz demokratischer Werte? Wieviel Prozent der Bevölkerung meinen, es herrsche eine starke Beziehung zwischen Demokratisierung und dem Ziel einer sozial-ökologischen Transformation? Wohnt dem Postulat gesellschaftlicher wie umweltzentrierter Nachhaltigkeitskonzepte die Forderung nach einer umfassenden Demokratisierung inne? Kann ich als kleine Bürgerin annehmen, dass, wer sozial-ökologische Transformation sagt, auch wirklich Demokratisierung im Sinne von sozialer Demokratisierung meint? 

Eine nachhaltige Gesellschaft wird stets als eine demokratischere und stärker an der Einbindung der Bürger*innen orientierte Gesellschaft beschrieben, als eine Gesellschaft in der Ökonomie, Lobbygruppen oder die politische Machtlogik weniger do…

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