Swarovski: Stellenabbau und Bonuszahlungen fürs Management
Swarovski meldet steigende Umsätze und ein deutlich besseres Ergebnis. Für viele Beschäftigte bedeutet der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens dennoch keinen Aufschwung, sondern weiteren Stellenabbau und Lohndruck.
Von Josef Stingl
Die Firma Swarovski hat die Geschäftszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach konnte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis ein deutliches Wachstum verzeichnen. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 1,969 Milliarden Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 12 Prozent zulegte.
Da sich “Leistung” für manche lohnt, können die Manager auf großzügige Erfolgsboni zählen. Weniger rosig sieht es für die Beschäftigten aus: Ihnen wurde bereits Ende 2025 mitgeteilt, dass auch im Jahr 2026 erneut Stellen abgebaut werden. Am Standort Wattens sollen rund 400 Arbeitsplätze gestrichen werden. Zusätzlich sind Reduktionen der Arbeitszeit geplant, die in Gehalts- und Lohnkürzungen münden werden.
Der Widerstand von Arbeitnehmervertretungen wie dem Betriebsrat und der Gewerkschaft hielt sich in Grenzen. Statt aktiv gegen die Kürzungen vorzugehen, einigte man sich lediglich auf einen neuen Sozialplan.
Bereits im Vorjahr äußerte sich Selina Eder wenig kampfbereit. Eder ist Betriebsratsvorsitzende der Angestellten und wird als mögliche Nachfolgerin von AK-Präsident Zangerl (ÖAAB) gehandelt. Sie plane keine Protestaktionen, da solche bislang wenig Erfolg gezeigt hätten.
Nach Angaben der Unternehmensleitung sollen die Kürzungen überwiegend durch freiwillige Abgänge und Pensionierungen realisiert werden, wodurch angeblich weniger als 80 Mitarbeitende aktiv gekündigt würden. Die wiederholten Einschnitte und die Passivität der Interessenvertretungen scheinen ihren Tribut zu fordern. Die Beschäftigten verlassen das Unternehmen wohl nicht aus Solidarität mit Swarovski, sondern aus Angst, Ungewissheit oder Frustration über den zermürbenden Kampf um ihren Arbeitsplatz.
Ein aufmüpfiger Tiroler äußerte einst in einer anderen Zeit: „Mander, s´isch Zeit.“ Auch bei Swarovski wird’s höchste Zeit, dass Betriebsrat, Gewerkschaft und Arbeiterkammer ihren Unmut endlich entschlossen in Taten umsetzen und zu einer breiten Protestbewegung mobilisieren. Aber auch Land und Gemeinde sind gefordert: Personalabbau zu unterstützen kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein!
Titelbild: Igor Levitskiy / Pixabay

