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Wieso ein Solarkraftwerk auf dem Mond keine gute Idee ist.

Glosse von Max Sternbauer

In Oberösterreich, in Kronsdorf, plant Google ein Rechenzentrum zu errichten; auf einer Fläche von 50 Hektar. Bei einer möglichen zweiten Ausbaustufe könnte sich der Stromverbrauch auf 4,4 Terawattstunden belaufen. Was aber noch Theorie ist. Problematisch könnte das werden, weil dieser Stromverbrauch fast ein Drittel des Bedarfs Oberösterreichs ausmachen würde.

Diese Daten stammen von dem österreichischen Think Tank Agenda Austria, in dessen Podcast („Das Weekly“) dieses Projekt thematisiert wurde. Aber nicht das Rechenzentrum an sich war im Fokus der Kritik, sondern die Proteste dagegen. Was KritikerInnen bemängeln, sei die große Energieverschwendung, die mit so einem Rechenzentrum einhergehen würde. Der Ökonom Jan Kluge kontert diese Kritik mit dem Argument: welche Instanz denn qualifiziert wäre, Stromverbrauch als notwendig einzustufen. Womit wohl, wahrscheinlich, wieder mal der Staat gemeint sein soll.

Ein Buch verbraucht Papier und Energie in der Herstellung und trotzdem käme niemand auf die Idee, eine Behörde darüber urteilen zu lassen, welches Buch das wert ist.“ 

Dahinter steckt ein Gedankengang, der nie ganz zu Ende gedacht wird: Das Problem ist nicht ein Rechenzentrum, sondern eine ganze Armada davon; die wieder mehr Energie benötigen werden, etc.

 „Gerechtfertigt ist ein Verbrauch dann, wenn es eine Zahlungsbereitschaft dafür gibt“

Ein Symptom von solchen ökonomischen Theorien kann sich z.B. in solchen Projekten widerspiegeln, wie es die japanische Firma Shimizu Corporation präsentiert hat: 

Ein Solarkraftwerk auf dem Mond.

Am Äquator des Erdtrabanten soll auf einer Länge von elftausend Kilometern Solarpaneele errichtet werden. Grundidee für diesen Standort: auf der Erde habe die Solarenergie den Nachteil, dass die Sonne untergehe, dagegen könnte die Anlage auf dem Mond rund um die Uhr Strom produzieren.

Nach Nachhaltigkeit klingt das alles nicht gerade. Wohl aber eine andere Idee, die aus der Science-Fiction-Literatur hier entlehnt wurde: In der Kurzgeschichte „Roter Stern, Winterorbit“ lässt der Autor William Gibson verspiegelte geodätische Ballone über der Küste Kaliforniens kreisen, die mit Stromkabeln mit der Erde verbunden sind. Billiger als ein Solarkraftwerk auf dem Mond ist es allemal und Gibson kam auch ohne Rechenzentrum auf so eine Idee.

Bisher:


Titelbild: Unsere Zeitung / KI-generiert (gpt-image-2)

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