Kunterbunt statt Burschenbund

Linz gegen Rechts (14)Etwa 1.500 Menschen protestierten in Linz gegen rechtes Gedankengut – Blockaden und kleine Scharmützel mit Polizei nach offiziellem Demoende

Der Auftakt burschenschaftlicher Tanzveranstaltungen am gestrigen Samstag in Linz wurde traditionell von linken Protesten begleitet. Nach dem offiziellen Ende der friedlichen Demonstration gegen den rechten Burschenbundball kam es zu Blockaden in der Innenstadt, am Rande auch zu kleinen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Linz gegen Rechts (21)Die laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) „klar dem extrem rechten Flügel“ angehörende Burschenschaft Arminia Czernowitz hatte zum Ball in das Palais des Kaufmännischen Vereins geladen. Unter dem Motto „No pasarán – wir weichen nicht zurück!“ hielt ein Zusammenschluss aus 61 sozialdemokratischen, grünen, kommunistischen und migrantischen Organisationen dagegen.

Linz gegen Rechts (3)Um 17:30 Uhr startete das „Bündnis Linz gegen Rechts“ am Linzer Hauptbahnhof mit der Auftaktkundgebung mit Musik („Soundwatschn“) und Reden von Vertretern beteiligter Organisationen. Auch der politischer Journalist, Autor und Antifaschist Hans-Henning Scharsach meldete sich zu Wort und bezeichnete die Mehrheit der Burschenschaften als „verfassungsfeindliche Organisationen“, da sie bis heute die antifaschistische österreichische Bundesverfassung ignorieren und NS-Wiederbetätigung legitimieren wollen.

 

 

Linz gegen Rechts (18)Erklärtes Ziel war es „friedlich aber lautstark“ durch das Linzer Stadtgebiet zu demonstrieren. Die Polizei lobte die Disziplin der Demonstranten und gab die Teilnehmerzahl mit 500 bis 700 an, Zahlen, die ebenso untertrieben, wie jene der Veranstalter mit 2.000 bis 2.200 übertrieben sind. Erfahrene Demobeobachter sprechen jedenfalls von etwa 1.500 DemoteilnehmerInnen.

Trotz Platzverbot rund um das Palais Kaufmännischer Verein kam es nach der Abschlusskundgebung und damit dem offiziellen Ende der Demonstration zu mehren Blockaden, kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei und Identitätsfeststellungen.

Aufgrund von sichergestellten Beweismitteln (auch UZ liegen diese vermutlich vor) geht die Polizei davon aus, dass diese Aktionen „ausgemacht und akkordiert“ waren. Einige Teilnehmer fragten sich am Abend, was wohl möglich gewesen wäre, wenn sie noch besser koordiniert worden wären. Polizeipressesprecher David Furtner kommentierte die aus etwa 50 Leuten bestehende, kurze Blockade vor dem Eingang, durch den auch die Ballbesucher gingen: „Wenn wir nicht eingeschritten wären, hätte es Verletzte gegeben“. Die beiden Blockadepunkten in der Landstraße, an der sich insgesamt 300-400 Demonstranten beteiligten und beim Park Inn Hotel (ca. 100 Personen), verliefen friedlich und wurden gegen 21.40 Uhr von den DemonstrantInnen freiwillig aufgelöst.

Im Anschluss an Demonstration und Sitzblockaden feierten zahlreiche AntifaschistInnen im Linzer Szenelokal „Sputnik“ den lautstarken und überwiegend friedlichen Protest gegen den rechten Burschenbundball.

Diashow (30 Fotos/Unsere Zeitung):

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