Wiener Sportklub – bis das Stadion zusammen bricht

Die Sanierung des Sportklub Platzes – die unendliche Geschichte setzt sich fort. Nachdem im Juni 2016 (wir berichteten) es so schien, als ob es eine Einigung auf eine Sanierung gäbe, traten schon ein paar Monate später wieder erste Probleme auf. Nun ist der Winter hoffentlich bald vorbei und man könnte meinen, dass doch schon bald die Bagger für die Bauarbeiten auffahren. Aber es wäre doch viel zu einfach – wir sprechen hier vom Sportklub und vom Wiener Amtsschimmel.

Wir haben beim Sportklub nachgefragt wie denn der Stand der Dinge sei. Kafka hätte wohl seine Freude damit.

Neubau oder Sanierung?

Der Sportklub argumentiert, der Neubau einer einzigen Tribüne sei eine Sanierung – die Baupolizei MA 37 meint, es sei ein Neubau. “Ist das nicht wurscht?”, könnte jetzt der gemeine Wurschtklubfan fragen. “Nein, ist es nicht”, sagt der Amtsschimmel. Für einen Neubau muss die Stellplatzverpflichtung eingehalten werden. Der Bezirk meint: “Passt scho! Die Parkplätze auf der Alszeile reichen”. Die MA 37 sagt aber: “Nix da: 180 Parkplätze müssen her – wegen der Stellplatzverpflichtung – §48 Abs. 1 WGarG 2008 – warats g’wesen.“

Ausgleichsabgabe für Stellplätze

Der Sportklub wäre somit gezwungen ca. 180 Parkplätze für das gesamte Stadion zu errichten oder pro Stellplatz eine Ausgleichsabgabe von € 12.000,– zu leisten. Eine Tiefgarage ist aufgrund der Lage nur schwer umsetzbar und wäre auch wirtschaftlich nicht zu finanzieren. Die anteilsmäßigen Kosten für den ersten Bauabschnitt wären ca. € 750.000,–

Man hat mit der Stadt versucht eine Lösung zu finden. Zum Beispiel die Subvention um diese € 750.000,– zu erhöhen. Für die Stadt wäre es ein Nullsummenspiel – aus der einen Tasche raus (Subvention) – in die andere Tasche rein (Ausgleichsabgabe). Alle wären zufrieden. Geht aber nicht. Abgelehnt.

Der Präsident Manfred Tromayer sagt, es gibt eine Gruppe ausgehend vom Bezirk die versucht das Problem zu lösen. Ein Baubeginn vor dem Sommer scheint aber ausgeschlossen.

Manfred Tromayer fasst zusammen: “Die Sachlage dreht sich im Kreis – bis das Stadion zusammen bricht.”

Autor: Franz Fuchsbauer
Titelbild: Friedhofstribüne 1997 (Northside, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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