Erinnern. Mahnen. Gedenken. Aufrütteln.

Festveranstaltung anlässlich 70 Jahre Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück

28. September 2017, 18.00 – 20.30 Uhr
Amtshaus für den 2. Bezirk
(Karmelitergasse 9, 1020 Wien)

Delegiertenkarte von Irma Trksak für die Gründungsversammlung der ÖLGR (Quelle: ravensbrueck.at)

Sie haben sich gegen Faschismus und Krieg engagiert und viel zur Aufklärung und einem antifaschistischen Bewusstsein beigetragen. Bei der Feier „70 Jahre Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück (ÖLGR) & FreundInnen. Erinnern. Mahnen. Gedenken. Aufrütteln.“ sollen jene Frauen gewürdigt werden, die die ÖLGR gegründet und jahrzehntelang aktiv gestaltet haben (u.a. Käthe Sasso, Ravensbrück-Überlebende und Mitbegründerin der Lagergemeinschaft). Gabriela Schmoll und Judith Gruber-Rizy lesen Texte von Nachgeborenen, die die Tradition und den Kampf der Gründerinnen weiterführen. Maren Rahmann und der Frauenchor „Frauen singen von Befreiung“ begleiten musikalisch den Festakt.

Die Stärke und der Mut der Widerstandskämpferinnen stehen im Zentrum dieser Veranstaltung, insbesondere zwei Widerstandskämpferinnen, die heuer 100 Jahre alt geworden wären: Irma Trksak (1917-2017) und Barbara Eibensteiner (1917-1948)

Bereits 1938 begannen die Nazis mit den ersten Verhaftungen von Mitgliedern der linksgerichteten Parteien, die schon während des Austrofaschismus verboten und verfolgt wurden. Unter den sofort in Haft Genommenen war auch die burgenländische kommunistische Genossin Hanna Sturm, die  – zunächst ins KZ Lichtenburg deportiert  – 1939 von der SS als eine der ersten Frauen ins neu errichtete Frauenkonzentrationslager Ravensbrück verlegt wurde.

Ausstellungsraum in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück im ehemaligen KZ Ravensbrück. (flickr.com; Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Die Verfolgung des  – in Österreich häufig unter kommunistischer Leitung agierenden – Widerstands gegen das NS-Regime resultierte in mehreren Verhaftungswellen im Verlauf der Kriegsjahre, in deren Folge u.a. eine große Anzahl widerständiger Frauen festgesetzt und nach Ravensbrück überstellt wurde, üblicherweise mit dem Vermerk „RU“ (Rückkehr unerwünscht) in den Papieren.

Die große organisatorische Erfahrung und das mutige Festhalten an den Grundsätzen der Internationalen Solidarität gab Frauen wie Hanna Sturm die Kraft, das tägliche Überleben von Mithäftlingen in dem menschenverachtenden Lagersystem zu ermöglichen sowie in einigen Fällen sogar Kameradinnen vor der drohenden Hinrichtung zu retten.

Um einige weitere dieser Frauen zu nennen: Antonia („Toni“) Bruha, Irma Trksak, 
Hilde Zimmermann, Friederike („Fritzi“) Furch, Mela Ernst u.v.a.m.

Die Grundsätze der „Ravensbrückerinnen“ sind umso wichtiger, als die Erinnerung an die Verbrechen der NS-FaschistInnen und ihren MitläuferInnen immer mehr aus dem Bewusstsein unserer Gesellschaft schwindet. Das politisches Vermächtnis „Nie wieder Faschismus. Nie wieder Krieg“, das bis heute nicht umgesetzt ist, ist eine Mahnung und eine Verpflichtung an uns alle – gerade auch in einer Gesellschaft, die vermehrt Rechtspopulismus und Neofaschismus Raum gibt.

Anmeldungen zur Veranstaltung bis spätestens 24. September erbeten.
per email: LGRav_Freundinnen@gmx.at
Tel: 0650/4800636

Titelbild: Mahn- und Gedenkstätte KZ Ravensbrück – Mauer der Nationen mit Massengrab für 300 Häftlinge (Privatarchiv Norbert Radtke; Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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