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Vier globale Initiativen: Wien in Aktion

Im Frühling weht der sanfte Wind in Wien. Die Donau vor dem Wiener Amtssitz der Vereinten Nationen fließt wie eh und je ruhig dahin, und alles scheint friedlich. Doch die internationale Realität ist eine andere.

Von Li Song, Wien (Zeitschrift INTERNATIONAL, Heft II/2026)

Eine Reihe komplexer und tiefgreifender Veränderungen in der internationalen Politik- und Sicherheitslage stellen die in Wien ansässigen UN-Organisationen und andere internationale Institutionen immer wieder vor neue multilaterale Herausforderungen. Gleichwohl bleiben die Vereinten Nationen und der Multilateralismus für die große Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten ein fester Glaube; Frieden und Entwicklung sind weiterhin das starke Anliegen der Völker, während Koordination und Zusammenarbeit die gemeinsame Erwartung der internationalen Gemeinschaft bilden. Dies ist meine tiefe Erfahrung aus den vergangenen drei Jahren meiner Tätigkeit in Wien.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat die bedeutende Initiative einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit eingeführt und nacheinander die Globale Entwicklungsinitiative, die Globale Sicherheitsinitiative, die Globale Zivilisationsinitiative sowie die Globale Governance-Initiative ins Leben gerufen. Diese bringen chinesische Weisheit und Lösungsansätze für die Bewältigung der tiefgreifenden globalen Umbrüche, das Meistern globaler Herausforderungen sowie die Förderung der globalen Governance. Angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten und in der Golfregion hat Präsident Xi vier wichtige Vorschläge zur Wahrung und Förderung von Frieden und Stabilität in der Region unterbreitet und dabei die Prinzipien der friedlichen Koexistenz, der staatlichen Souveränität, der internationalen Rechtsstaatlichkeit sowie der ausgewogenen Berücksichtigung von Entwicklung und Sicherheit hervorgehoben. China wird die Globale Sicherheitsinitiative aktiv umsetzen, an einem gemeinsamen, umfassenden, kooperativen und nachhaltigen Sicherheitsverständnis festhalten und auf den multilateralen Plattformen in Wien eine prinzipienfeste, verantwortungsbewusste und konstruktive Rolle spielen, um die internationalen Sicherheits- und Nichtverbreitungsfragen angemessen zu behandeln.

Entwicklung ist der „Sonnenschein“ in Wien. Ein zentrales Merkmal der multilateralen Plattform in Wien besteht darin, einen unersetzlichen Beitrag zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu leisten.

Wien ist ein wichtiger Standort für die aktive Umsetzung der Globalen Entwicklungsinitiative durch China.

In internationalen Organisationen wie dem Büro der Vereinten Nationen in Wien/dem Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, der United Nations Industrial Development Organization, der International Atomic Energy Agency, dem Ausschuss der Vereinten Nationen für die friedliche Nutzung des Weltraums sowie der Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht arbeiten mein Team und ich täglich gemeinsam mit allen Seiten daran, die internationale Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, die friedliche Nutzung zum Interesse des Globalen Südens voranzubringen und mehr pragmatische Ergebnisse zu erzielen. Der diesjährige Tag der chinesischen Sprache bei den Vereinten Nationen stand unter dem Motto „Voll der großen Harmonie – Begegnung mit der Verbotenen Stadt bei den Vereinten Nationen in Wien“ und stieß am Wiener UN-Sitz auf große Resonanz. Internationale Organisationen und Mitgliedstaaten beteiligten sich aktiv daran, und die Reaktionen waren überaus positiv. Dies stellt ein weiteres erfolgreiches Beispiel für die praktische Umsetzung der Globalen Zivilisationsinitiative durch die chinesische Seite dar.

Im September 2025 hat Präsident Xi die Globale Governance-Initiative offiziell unterbreitet – ein weiteres bedeutendes öffentliches Gut, das China der Welt bereitstellt. Die fünf Kernprinzipien dieser Initiative – Wahrung der souveränen Gleichheit, Einhaltung der internationalen Rechtsstaatlichkeit, Förderung des Multilateralismus, Orientierung an der Menschlichkeit sowie Ausrichtung auf die Umsetzungsfähigkeit – weisen den strategischen Weg zur Überwindung der gegenwärtigen Herausforderungen der globalen Governance und bieten eine klare Orientierung. Die Initiative steht im engen Zusammenhang mit dem Geist der UN-Charta und beantwortet die grundlegenden Fragen unserer Zeit: welche Art von globalem Governance-System aufgebaut werden soll und wie dieses reformiert und verbessert werden kann. Sie stärkt die Repräsentation und Stimme der Länder des Globalen Südens und verleiht echtem Multilateralismus neue Impulse. Seit ihrer Vorstellung wurde die Initiative von mehr als 150 Staaten und internationalen Organisationen positiv aufgenommen und unterstützt.

Als Stadt mit einer tief verwurzelten Tradition multilateraler Diplomatie hat Wien sowohl die Verantwortung als auch die Fähigkeit, eine noch größere Rolle bei der Reform des globalen Governance-Systems zu spielen. In Wien ist die Globale Governance-Initiative keine bloße Theorie, sondern eine gelebte Praxis. Im vergangenen Herbst hat China bei der International Atomic Energy Agency gemeinsam mit anderen Seiten aktiv diplomatisch vermittelt und erfolgreich den Beitritt Kasachstans zur Fernost-Gruppe gefördert. Damit wurde ein seit langem bestehendes Problem von Staaten ohne Regionalgruppenzugehörigkeit bei der Wahrnehmung ihrer souveränen Gleichheitsrechte praktisch angegangen – ein anschauliches Beispiel für die praktische Bedeutung der Initiative. Bei der UNIDO beteiligt sich China aktiv an Kooperationsprojekten im Rahmen des BRICS-Industriekapazitätszentrums in den Bereichen digitale Transformation von Unternehmen, Kompetenzentwicklung und fortschrittliche Fertigung und unterstützt damit maßgeblich den Ausbau industrieller Kapazitäten in Schwellen- und Entwicklungsländern.

In der UN-Kommission für internationales Handelsrecht treibt China aktiv die Ausarbeitung und Umsetzung des Übereinkommens über übertragbare Warenurkunden voran, um den Handel und die Entwicklung im Globalen Süden zu fördern. Die chinesische Seite wird die Kommunikation und Koordination mit allen Mitgliedstaaten weiterhin verstärken und neue Wege zur Förderung der globalen Governance erschließen.

Im Frühling rauschen die Ströme in der Donau.

Ich bin davon überzeugt, dass der von Konsens und Verständigung geprägte „Wiener Geist“ weiterhin Beiträge zur Kommunikation, Koordination sowie Kooperation unter Mitgliedstaaten leisten wird.

Alle Mitgliedstaaten sind wie lebendige Flüsse, die in Begleitung vom Donauwalzer ins Meer des Multilateralismus münden. Auch die kraftvolle Stimme der vier globalen Initiativen wird von Wien, der „Stadt des Multilateralismus“, in die Welt hinausgetragen.


Li Song ist außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter und Ständiger Vertreter der Volksrepublik China bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Wien

Titelbild: Büro der Vereinten Nationen in Wien / Foto: Dimitry Anikin; Lizenz: CCO 1.0 Universal

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