AktuellAmerikaInternationalPhilosophie

Mit Donald Trumps Wahlniederlage fangen die wahren Probleme erst richtig an

Joe Bidens Sieg und die damit einhergehende Wahlniederlage Trumps haben weltweit für Aufatmen gesorgt. Viele verbinden mit Bidens Sieg eine neue Form der Hoffnung. Aber ist diese Hoffnung wirklich berechtigt?

Von Florian

Akzeptiert man die allgegenwärtig verbreitete These, dass Bidens Sieg eine Rückkehr zur Normalität bedeutet, dann bleibt an dieser Stelle folgende Gegenfrage zu stellen: Ist es ein wirklich erstrebenswertes Ziel für die USA zur Normalität zurückzukehren oder war die Normalität nicht viel eher das ursprüngliche Problem, durch welches Trump erst verursacht wurde?

Zunächst sei an dieser Stelle in aller Deutlichkeit hervorzuheben, dass die von Hoffnung geprägten Reaktionen im Hinblick auf den Sieg Joe Bidens nicht nur nachvollziehbar, sondern auch richtig scheinen. Biden mag aus einer progressiven Perspektive zwar alles andere als ideal sein, aber dennoch kann man davon ausgehen, dass sich Biden als weitaus offener für progressive Forderungen erweisen wird. Dies wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass eine seiner ersten Amtshandlungen darin bestehen soll, dem Pariser Klimaabkommen wieder beizutreten. Dies stellt jedoch nur eine Seite der Medaille dar.

Die Wiederherstellung des Status quo ist nicht die Erlösung, sondern der Ursprung aller Probleme

Das progressive Bejubeln der Wiederherstellung des US-amerikanischen Status quo, für welchen Biden ganz klar zu stehen scheint, sollte jedoch Anlass zum Nachdenken geben. Denn ist nicht der Status quo das, was Trump letztendlich zum Aufstieg verholfen hat? Trump mag die Wahl verloren haben, doch erst jetzt beginnen die wahren Probleme und damit die wahre Arbeit der Demokraten, dessen primäre Aufgabe darin besteht, dafür zu sorgen, dass Bidens Politik eben nicht wieder zum Status quo zurückkehrt. Um diesen Punkt zu verdeutlichen, ist es wichtig, Trump als Symptom eines tiefergreifenden Problems zu begreifen.

Im Moment wird, nicht ganz zu Unrecht, Trumps Uneinsichtigkeit im Hinblick auf seine Wahlniederlagen von vielen Seiten mit Spott und Humor betrachtet. Trump, welcher sich immer als den Gott gegebenen Gewinner gab, steht nun als Verlierer da. Trumps Klagen wirkt nun vielmehr wie das impotente Geschrei eines kleinen Kindes, was nicht mehr sonderlich viel an seiner von Unzufriedenheit geprägten Situation zu ändern vermag. Dabei wird jedoch übersehen, dass die Art der Kritik, welche in den letzten Jahren von vielen Teilen des sich als progressiv bezeichnenden Lagers der Demokraten gegen Trump hervorgebracht wurde, ebenfalls nicht mehr als ein derartig impotentes Geschrei war.

Somit bestand ein Großteil der Kritik oft darin, einfach nur Trumps Auftreten und seine Wahlgemeinde zu verspotten, ohne zu merken, dass die Spaltungen im Land immer größer wurden und Trump durch eben jene Kritiken immer mehr Zuspruch von seinen eigenen Wählerinnen und Wählern bekam. Das primäre Problem scheint in diesem Zusammenhang darin zu bestehen, dass viele der Kritikpunkte, welche – wenn auch unbewusst – gegen Trump hervorgebracht wurden, selbst innerhalb der Koordinaten des bestehenden Systems formuliert wurden. Ein System, welches als Kausalfaktor für jenes Symptom des Trumpismus verantwortlich ist, von welchem Trump selbst nur eine mögliche Form der Manifestation darstellt.

Trump mag verschwinden, aber der Trumpismus bleibt

Der britische

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.