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Wieso es so schwierig ist der Atombombe positive Seiten abzugewinnen

Glosse von Max Sternbauer

Philip José Farmers SF-Roman Tongues of the Moon (Deutsch: Der Mondkrieg) wurde im Geiste des Kalten Krieges geschrieben. Inhalt ist, dass Bewohner einer Mondbasis Zeugen eines Atomkrieges auf der Erde werden. Die daraufhin beschlossene Überlebensstrategie der Mondbewohner mag überraschen, denn eine ihrer ersten Maßnahmen ist es, sich die letzten Atombomben zu besorgen, um auch die letzten Feinde damit auszulöschen. Farmers Story ist eine actiongeladene und geniale Satire auf die Paranoia des Atomzeitalters.

Ähnlich widersinnig wie die Bestrebungen der Mondbewohner, sich Atombomben zu besorgen, scheint es, positive Aspekte über dieselbe aufzuzählen. Aber anhand von drei Beispielen soll zumindest versucht werden, der Atombombe positive Seiten abzugewinnen:

Atomare Abschreckung

Was im Mondkrieg nicht funktioniert hat, war eine zentrale Säule der Strategie der Supermächte im Kalten Krieg: die sogenannte atomare Abschreckung. Sie gilt nicht als kriegerische Maßnahme, sie soll eine verhindern.

In der Realität hatte das bedeutet, Milliarden an Dollar/Rubel auszugeben, um riesige Arsenale an Waffen anzulegen, von denen schon wenige ausgereicht hätten, um die Erde zu vernichten. Das Absurde an dieser Strategie ist, dass man sich deren Wirkung nicht sicher sein kann, denn selbst achtzig Jahre nach dem ersten Einsatz einer Atombombe sind Intellektuelle bereit für den Einsatz. In einem Interview erklärte der russische Politologe Dimitri Trenin, dass Putin nicht vor dem Einsatz von Atomwaffen gegen Westeuropa zurückschrecken dürfe. Womit wir wieder bei den Bunkern oder Mondbasen wären.

Zivile Projekte oder ein großes Loch für den Frieden

Kann man die Atombombe auch zu zivilen Zwecken nutzen? Eine mögliche Antwort könnte das Projekt Chariot aus den USA liefern. Unter der Federführung des Physikers Edward Teller war die Idee entstanden, Alaska mithilfe der Sprengung von fünf thermonuklearen Explosionen einen neuen Hafen zu beschaffen. Den Indigenen war aber nicht zu erklären, wieso sie einen Eishafen benötigten, der drei Viertel des Jahres zugefroren gewesen wäre. Zwar hatte Teller versprochen, er könne der Bucht auch die Form eines Eisbären „ersprengen“, aber die Begeisterung hielt sich dennoch in Grenzen.

Zu den Sternen

Die letzte und wohl „beste“ Idee wäre dann der Orion-Antrieb. Mithilfe von Atombomben sollten Raumschiffe, die im Heck mit starken Schilden ausgestattet wären, auf den Explosionen „reiten“. Fairnesshalber soll noch dazu gesagt werden, dass diese Idee erst recht ihre Wirkung entfaltet, wenn man über die Abwehr von Asteroiden nachdenkt.


Bisher:


Titelbild: Das Atomzeitalter als Sonntagsausflug: Mondbasis, Eisbär, Rakete — und niemand, der das für eine gute Idee hält. (Illustration: Unsere Zeitung/KI-generiert mit Ideogram V4/Genspark, keine dokumentarische Darstellung)

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