„Die Vision einer Öko-Utopie“

Gedanken zum GREENSKILLS-SYMPOSIUM 2022 aus Sicht der Befürworter*innen eines „grünen Grundeinkommens“.

Ein Gastbeitrag von Ilse Kleinschuster 

Wie wir alle wissen, haben sich in den letzten Jahrzehnten – global und lokal – immer mehr Menschen in Stadt und Land Gedanken gemacht wie sie ihr Leben gemeinsam zukunftsfähig gestalten könnten. Daraus ist die bald 20-jährige Transition Bewegung entstanden, auch „Transition Towns“ genannt. Ihre Proponenten haben Chancen und Herausforderungen des Wandels für Region und Stadt erkannt und versuchen seither auf persönlicher bis zur strukturellen Ebene eine auf ökologischen und sozialen Grundprinzipien basierende Ökonomie, die wieder viel regionaler verankert sein soll, aufzubauen – so dass es zu einer wirklichen Transformation kommen kann. Es gibt dafür schon viele wunderbare Beispiele und Initiativen in aller Welt, auch in Österreich. Natürlich braucht’s dazu entsprechende Rahmenbedingungen -, entscheidend aber ist die Gestaltung nachhaltiger Lebensräume und hier spielt die Raumplanung eine wichtige Rolle.

Constance Weiser, die Hauptinitiatorin des GreenSkills Symposium ist selbstständige Architektin und leitet den GreenSkills-Lehrgang für zukunftsweisendes Leben und nachhaltiges Bauen und Wohnen. Sie ist Obfrau der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen, Gründungsmitglied einer Wohnprojekte-Genossenschaft und sie begleitet Baugruppen sowie Forschungsprojekte. Ich habe sie vor ein paar Jahren kennengelernt als sie bei einer Zusammenkunft für einen „initiativ-zivilgesellschaftlichen Neu-/Umbau“ auftauchte, um konstruktiv mitzuarbeiten. Im Sinne der AGENDA 2030 sind jetzt ja schon viele neue Wege beschritten worden, neue Gestaltungsprozesse hin zu einer „guten Zukunft für alle, hier und anderswo“, sind entstanden. Im Einklang mit den ökologischen Grenzen zu leben, bedeutet aber auch auf die sozialen Grenzen zu achten. Das setzt natürlich eine entsprechende Sensibilität voraus, sich den Fakten zu widmen, nicht nur seinen eigenen Lebensstil zu hinterfragen, sondern auch nach Alternativen zu einer „imperialen Lebensweise“ zu suchen. Natürlich sind die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die SDGs ein prinzipiell gutes Grundkonzept auf politischer Ebene Rahmenbedingungen zu setzen. Diese helfen aber erst wirklich, wenn sie in den Regionen, Gemeinden und Haushalten geerdet werden. Dazu braucht’s „kommunale Intelligenz“ in den Aushandlungsprozessen. Es braucht politische Strukturen, Bürger-/Zukunftsräte, welche den Wandel mitgestalten, so dass er „Für ALLE“ möglich wird -, nicht vorzeitig als „Ökodiktatur“ abgeschmettert wird. Daher ist es so wichtig, dass Initiativen und Organisationen aus dem „bürgerlichen“ Nachhaltigkeitsbereich mit jenen zusammenarbeiten, die meist ausgegrenzte, oder (zu) wenig beachtete Bevölkerungsgruppen, unterstützen und empowern.

Aus diesem Grund hat der Soziologe, Zukunftsforscher und Vernetzer, Franz Nahrada, die DorfUni, ein Netzwerk für die Unterstützung ländlicher Lerngemeinschaften und Wissenszentren, ins Leben gerufen. Er meint, viele „Krankheiten“ im planetaren Leben kommen aus der Vernachlässigung der lokalen Kreisläufe, er sieht die Gemeinde, die lokale Region als stellvertretend für eine Zelle oder ein Zellgewebe in einer gesunden Erde. Es sollen also nicht „egoistische“ Dorf-Projekte entstehen, sondern Modelle eines „guten Lebens für alle“, solidarische „globale Dörfer“.

Wie auch immer –  ich, Ilse Kleinschuster, mag diese Vision einer Öko-Utopie und frage mich: All diese wunderbaren Ideen, Konzepte, Projekte, könnten sie nicht durch die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens eher verwirklicht werden?


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Titelbild: HASRIN UCIL auf Pixabay

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