Niagara

12. November 2015 UZ 0

Zwischen damals und heute so viel Wasser Und Worte, zu lange ungesagt Gebrochen, gescheitert, doch nicht am Boden Die Augen groß, Zufriedenheit Der Blick nach oben macht dir klar Dass das hier nicht für immer ist Leitern, Dächer, schmale Gänge Wie im Film, man kennt es schon Wasserfälle aus Metall Blockieren meine Sicht Lagerhäuser, nie im Norden Blaue Kreise, du bist fort Die Krähen warten, stets aufs Neue Blicke, ein Rätsel, fehlerfrei So teuer, so wertvoll, stets am Zweifeln Die Zeit verrinnt, die Hoffnung bleibt   Bernhard Landkammer (Jahrgang 1986, Doktorand der Literaturwissenschaft an der LMU München)

EISKALT. ZITTRIG. SCHAUER

25. Juni 2015 UZ 0

GRAZ TRÄGT TRAUER. Drei Worte, sehr schwer zu ertragen, schlagen auf uns aller Magen. Offen bleiben zahlreich, unbeantwortete Fragen.

Das System (Eduardo Galeano)

14. April 2015 UZ 0

Die Funktionäre funktionieren nicht. Die Politiker reden, sagen aber nichts. Die Wähler gehen zur Wahl, haben aber keine Wahl. Die Medien informieren nicht, sie deformieren.

Nachkriegs-Weihnacht

29. Dezember 2014 UZ 0

Glei, nach ‚m Kriag, im 46er Jahr, hats nix zum Essn gebn, und des is wahr! Da war des scho allahand, wennst mit an Bauern warst verwandt. Net zum verachtn war do a a Onkl in Amerika! Am heilign Abend, i schrei „Hurra!, a Packerl aus Amerika!“, von unsra liabn Tante Rosn, gefüllt mir hoffnungsvollen Dosn. I reiß glei auf und reck mein Hals, obn drauf san pfeigrod 3 Pfund Schmalz. „A Kilo Bohnakaffee – schau – a große Dosn mit Kakau!“ Und nebn dro, o guate Seel, a Büchsn mit Olivnöl, a große Dosn Reis, zwoa Kilo Mehl, wia […]

„Wenn es zum Krieg käme…“ von Halina Höller

28. Dezember 2014 UZ 0

WENN ES ZUM KRIEG KÄME… würde ich Angst kriegen? die spüre ich bereits! würde ich weg laufen? das tue ich bereits, indem ich mich mit Anderem ablenke! würde ich dagegen kämpfen? Das tue ich, indem ich gegen den Krieg schreibe und Antikriegspetitionen unterschreibe! würde ich gleich sterben? Das tue ich jeden Tag ein wenig! Dieses Gefühl der Bedrohung vergleiche ich mit einer tödlichen Erkrankung:Du weißt, Du hast eine gestundete Zeit zum Leben! Und versuchst, trotz alledem zu leben! Jeden Tag, wie den letzten! Wieviele Reisen darf ich nicht mehr angehen? Wievielen Menschen nicht mehr begegnen? Wieviele Bücher werde ich nicht […]